90 % des Gleitschirmfliegens ist Psychologie. Auf P3-Niveau ist die größte Herausforderung das Entscheidungsmanagement auf der Strecke.
1. Risikomanagement
Viele Piloten tappen in die «Intermediate Trap» — genug Erfahrung für Selbstvertrauen, aber noch kein Instinkt für echte Gefahr.
Kompetenzpyramide: «Ich weiß, dass ich vieles nicht weiß» — sicherste Position.
Ausrüstungs-Skill-Balance: Umstieg auf EN-C vor ausreichenden Fähigkeiten (SIV, aktives Pilotieren). Risikomanagement = zugeben: «Die heutigen Bedingungen sind mir zu viel.»
Gruppendruck: Wenn andere fliegen, heißt das nicht, dass es für dich sicher ist. Eigene rote Linien sind Pflicht.
2. Entscheidungsfindung
Go/No-Go-Modell
Am Start: Vorhersage mit Realität vergleichen. Bei Unbehagen — der Intuition vertrauen.
In der Luft: Ständige Überwachung. Aggressive Thermik oder wachsende Wolken → sofort Abbruch.
Wann abbrechen?
Wetterwechsel: Zunehmender Wind, Richtungsänderung, Cloud-Suck-Anzeichen.
Erschöpfung: Kälte, Hunger, Konzentrationsverlust.
Zielfixierung: Sicherheit ignorieren wegen Kilometerziels.
3. Drittel-Regel
1/3: Fluggenuss und Thermiksuche.
1/3: Navigation und Routenplanung.
1/3: Sicherheit und Rückzugsplan. Kein Platz mehr für Sicherheit im Kopf = Überforderung.
4. Debriefing
Was lief richtig?
Wo hatte ich Glück? (Können vs. Glück unterscheiden.)
Wann fühlte ich mich unwohl und warum?
