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P3 — Psychologische Vorbereitung

4 min readP3 – Mittelstufe
P3 — Psychologische Vorbereitung

90 % des Gleitschirmfliegens ist Psychologie. Auf P3-Niveau ist die größte Herausforderung das Entscheidungsmanagement auf der Strecke.


1. Risikomanagement

Viele Piloten tappen in die «Intermediate Trap» — genug Erfahrung für Selbstvertrauen, aber noch kein Instinkt für echte Gefahr.

  • Kompetenzpyramide: «Ich weiß, dass ich vieles nicht weiß» — sicherste Position.

  • Ausrüstungs-Skill-Balance: Umstieg auf EN-C vor ausreichenden Fähigkeiten (SIV, aktives Pilotieren). Risikomanagement = zugeben: «Die heutigen Bedingungen sind mir zu viel.»

  • Gruppendruck: Wenn andere fliegen, heißt das nicht, dass es für dich sicher ist. Eigene rote Linien sind Pflicht.


2. Entscheidungsfindung

Go/No-Go-Modell

  1. Am Start: Vorhersage mit Realität vergleichen. Bei Unbehagen — der Intuition vertrauen.

  2. In der Luft: Ständige Überwachung. Aggressive Thermik oder wachsende Wolken → sofort Abbruch.

Wann abbrechen?

  • Wetterwechsel: Zunehmender Wind, Richtungsänderung, Cloud-Suck-Anzeichen.

  • Erschöpfung: Kälte, Hunger, Konzentrationsverlust.

  • Zielfixierung: Sicherheit ignorieren wegen Kilometerziels.


3. Drittel-Regel

  • 1/3: Fluggenuss und Thermiksuche.

  • 1/3: Navigation und Routenplanung.

  • 1/3: Sicherheit und Rückzugsplan. Kein Platz mehr für Sicherheit im Kopf = Überforderung.


4. Debriefing

  • Was lief richtig?

  • Wo hatte ich Glück? (Können vs. Glück unterscheiden.)

  • Wann fühlte ich mich unwohl und warum?