Der Rettungsschirm (Reserve) — letztes Rettungsmittel bei Kontrollverlust über den Schirm. Jeder Pilot muss einen funktionsfähigen Retter mitführen und bedienen können.
1. Typen
Rund: Klassisch, bewährt. Stabiles Sinken.
Quadratisch (SQR): Schnellere Öffnung, geringere Sinkrate.
Rogallo (steuerbarer Retter): Bietet Gleiten, ermöglicht Landeplatzwahl. Erfordert Übung.
2. Einbau ins Gurtzeug
Container im vorgesehenen Fach platzieren.
Griff muss beidhändig leicht erreichbar sein.
Retterleinen dürfen sich nicht mit den Schirmleinen verheddern.
Nach Einbau — Zugtest im Hänger.
3. Wurf-Prozedur
Situation erkennen: Schirm unkontrollierbar, wenig Höhe → werfen.
Griff lokalisieren: Hinschauen, beidhändig greifen.
Ziehen: Entschlossene, kräftige Bewegung.
In freie Luft werfen: Weg vom Schirm und den Leinen.
Hauptschirm neutralisieren: B-Gurte ziehen oder bremsen.
Regel: «Schauen → Greifen → Ziehen → Werfen!»
4. Regelmäßiges Umpacken
Hersteller empfehlen Umpacken alle 3–6 Monate.
Leinen, Stoff und Splinte auf Verschleiß prüfen.
Umpacken = Gelegenheit, die Konstruktion aufzufrischen.
5. Training
SIV über Wasser: Einzige sichere Möglichkeit für einen echten Wurf.
Bodentrainer: Zugübung im Hänger.
Mindestens 2× jährlich üben.
6. Terminologie
Rettungsschirm: Reserve Parachute.
Auslösung: Deployment.
Griff: Handle.
Umpacken: Repack.
Sinkrate: Abstiegsgeschwindigkeit (üblich 5–7 m/s).
