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P1 — Gleitschirmleinen: Bedeutung, Materialien und Pflege

3 min readP1 — Anfängerkurs
P1 — Gleitschirmleinen: Bedeutung, Materialien und Pflege

Gleitschirmleinen: Bedeutung, Materialien und Pflege

Gleitschirm-Leinen bilden das strukturelle Gerüst, das die Kappe mit dem Pilotengurtzeug verbindet. Ihre richtige Auswahl und Wartung sind entscheidend für die Erhaltung der aerodynamischen Form des Flügels und die Flugsicherheit.


1. Das Ebenensystem der Leinen

Die Leinen sind in mehrere Ebenen mit unterschiedlichen Funktionen organisiert:

  • A-Leinen (vorne): Verbunden mit der Eintrittskante des Flügels. Werden zum Aufziehen und beim Vorwärtsstart verwendet.

  • B-Leinen: Hinter den A-Leinen positioniert. Entscheidend für die Profilform und verwendet bei der „B-Stall"-Technik zum schnellen Sinken.

  • C-Leinen: Sorgen für Stabilität des mittleren Profils. Bei modernen Schirmen für die Steuerung bei hoher Geschwindigkeit verwendet.

  • D-Leinen (hinten): Verbunden mit der Hinterkante. Zusammen mit den Bremsen für Roll- und Nicksteuerung.

2. Leinenmaterialien

Die Materialwahl beeinflusst direkt die Flugeigenschaften und Lebensdauer:

  • Dyneema (UHMWPE): Leicht, stark, minimale Dehnung. Standard bei modernen Gleitschirmen.

  • Aramid (Kevlar/Technora): Hohe Hitzebeständigkeit und Festigkeit. Wird in unteren Ebenen verwendet.

  • Vectran: Minimale Dehnung, ideale Dimensionsstabilität. Beliebt bei Sportschirmen.

3. Pflege und Wartung

  • Regelmäßige Kontrolle: Leinen vor jedem Flug auf Abrieb, Knoten und Verformungen prüfen.

  • Vermeiden: Auf Leinen treten, über abrasive Oberflächen ziehen und Kontakt mit Chemikalien.

  • Lagerung: Trocken lagern, Knicke und lange UV-Exposition vermeiden.

  • Professionelle Überprüfung: Alle 100–200 Stunden oder 2 Jahre — Längenkontrolle und Austausch verschlissener Leinen.


Wichtige technische Begriffe:

  • Tragegurte (Risers): Die Gurte, die die Hauptleinenebenen mit den Gurtzeugkarabinern verbinden.

  • Parasitärer Widerstand: Widerstand durch Komponenten, die nicht zum Auftrieb beitragen (wie Leinen).

  • Trimmen: Der Prozess der Anpassung der Leinenlängen an die Werksspezifikationen.