Die Analyse des Fluggeländes und der Lande-/Startbereiche ist die Grundlage der Sicherheit beim Gleitschirmfliegen. Ein Pilot muss in der Lage sein, die Umgebung zu „lesen", um Luftströmungsmuster zu bestimmen und potenzielle Gefahren zu erkennen.
1. Hangcharakteristiken für den Start
Ein idealer Starthang sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
Neigung: Die optimale Neigung beträgt 20–30° — ausreichend für den Anlauf, aber nicht zu steil.
Bodenbelag: Niedriges Gras ohne Steine, Büsche oder Bäume ist vorzuziehen.
Windausrichtung: Der Hang sollte dem vorherrschenden Wind zugewandt sein.
Freiraum: Ausreichende Breite zum Auslegen des Schirms und Platz für Startabbruch.
2. Einfluss des Geländes auf Luftströmungen
Das Gelände beeinflusst das Verhalten der Luft erheblich:
Luvseite: Luft steigt an der konvexen Seite des Hügels auf — dynamische Aufwindzone, ideal zum Soaren.
Leeseite: Hinter dem Grat bilden sich turbulente Rotoren — extrem gefährliche Zone.
Täler und Schluchten: Möglicher Venturi-Effekt — Windbeschleunigung durch enge Durchgänge.
Hänge mit unterschiedlicher Vegetation: Dunkle Oberflächen (Felsen, Asphalt) erwärmen sich schneller und erzeugen Thermik.
3. Landezonen-Parameter
Eine sichere Landezone muss folgende Kriterien erfüllen:
Größe: Mindestens 100×50 Meter für Anfänger.
Hindernisse: Keine Bäume, Stromleitungen oder Gebäude im Anflug.
Oberfläche: Eben, ohne Löcher und versteckte Abbrüche.
Anflugwege: Möglichkeit, aus verschiedenen Richtungen bei Windwechsel anzufliegen.
4. Geländegefahren
Rotorzonen: Turbulenzen hinter Graten und großen Hindernissen.
Mulden: Orte kalter Luft und Abwinde.
Steile Abbrüche: Plötzliche Geländeänderungen erzeugen unvorhersehbare Verwirbelungen.
Wichtige technische Begriffe:
Rotorzone: Zone turbulenter Luft hinter einem Hindernis.
Windgradient: Die Veränderung der Windgeschwindigkeit in verschiedenen Höhen.
Thermik: Eine Säule aufsteigender warmer Luft.
