Auf mittlerem SIV-Niveau ist der Fluglehrer nicht nur Beobachter. Er wird zum Co-Piloten und kritischen Sicherheitsmanager. Seine Rolle unterscheidet sich grundlegend vom Anfängerniveau, weil die Manöver reale G-Kräfte, Desorientierung und potenzielle physiologische Effekte erzeugen.
1. Fernsteuerung von Energie und Timing
Auf mittlerem Niveau erzeugen die Manöver erhebliche kinetische und potenzielle Energie. Der Fluglehrer ist für die präzise Steuerung dieser Energie per Funk verantwortlich:
Brems-Timing: Beim Wingover gibt der Fluglehrer den exakten Bremsmoment vor.
Eingangskontrolle: Bei der Spirale bestimmt der Fluglehrer, wann vertieft oder ausgeleitet wird.
Ausgangsmanagement: Der kritischste Moment — der Fluglehrer leitet jede Phase an.
2. G-Kraft- und Physiologie-Monitoring
Mittleres SIV umfasst Manöver mit 2–3 G. Der Fluglehrer führt kontinuierliche physiologische Überwachung durch:
Stimmkontrolle: Der Pilot muss kontinuierlich über Funk sprechen.
Grey-out-Erkennung: Training hilft, die Verengung des Gesichtsfeldes zu erkennen.
Manöverzeit: Der Fluglehrer begrenzt die Spiraldauer, um Bewusstlosigkeit zu verhindern.
3. Verhinderung negativer Übergänge
Bei dynamischen Manövern besteht reales Risiko eines Übergangs in einen negativen Zustand (Spin, Strömungsabriss). Der Fluglehrer arbeitet als Frühwarnsystem.
4. Progressiver Ansatz
Der Fluglehrer bestimmt das individuelle Tempo jedes Piloten und baut die Progression schrittweise auf.
Zusammenfassung
Beim mittleren SIV ist der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Fluglehrer der Unterschied zwischen sicherem Fortschritt und einer gefährlichen Situation.