1. FAI — Was ist der Weltluftsportverband?
Die FAI (Fédération Aéronautique Internationale) wurde am 14. Oktober 1905 in Paris gegründet und hat ihren Sitz heute in Lausanne (Schweiz). Sie ist die einzige Organisation weltweit, die globale Standards für alle Flugsportdisziplinen festlegt.
Die FAI umfasst über 100 nationale Verbände. Gleitschirmfliegen und Drachenfliegen werden von der CIVL (Commission Internationale de Vol Libre) verwaltet, zuständig für Ausbildungsstandards, Wettbewerbsregeln, Rekorddokumentation, Pilotenranking und Gerätezertifizierung.
Warum ist das wichtig?
Der FAI-Standard garantiert, dass Gleitschirmfliegen nicht nur „Spaß" ist, sondern ernsthafte Luftfahrt, in der Regeln und Sicherheit überall gleich gelten.
2. SafePro Para — der weltweite Ausbildungsstandard
SafePro Para definiert 5 Ausbildungsstufen, die ein Pilot durchlaufen muss. Der Standard stellt sicher, dass ein in Georgien ausgebildeter Pilot dasselbe Grundwissen hat wie ein Pilot in Frankreich oder der Schweiz.
3. IPPI Card — Internationale Pilotenanerkennung
Die IPPI-Karte wurde 1992 eingeführt und bestätigt die Qualifikationsstufe des Piloten weltweit. Seit Oktober 2015 in zwei Formaten verfügbar:
Pro Stufe: Physische Karte, Erneuerung nur bei Stufenwechsel;
Jährlich: IPPI-Logo auf der nationalen Lizenz gegen geringe Jahresgebühr.
4. Sporting Code Section 7 — Wettbewerbsregeln
Jährlich aktualisiertes Regelwerk mit Untersektionen: S7-A (XC), S7-B (Akrobatik), S7-C (Ziellandung), S7-E (WPRS), S7-F (GAP-Scoring), S7-G (CCC-Anforderungen), S7-H (Flugdatenschreiber).
Kategorie 1: Welt- und Kontinentalmeisterschaften (alle 2 Jahre). Erste WM: 1989, Koessen (Österreich);
Kategorie 2: Offene internationale Wettbewerbe. Antrag bis 40 Tage vor dem Event möglich;
WPRS: Punkte verfallen vollständig nach 3 Jahren.
5. EN 926 — Gerätezertifizierung
FAI stützt sich auf den EN 926-Standard. Klassen: EN-A (maximale Sicherheit), EN-B (vielseitig), EN-C (XC), EN-D (sportlich), CCC (Wettbewerb, Standard S7-G). Schutzausrüstung: Helme (EN 966), Gurtzeuge mit Rückenprotektor (EN 1651), Rettungsschirm (jährliches Umpacken).
6. Sicherheitsprotokolle
CIVL analysiert Vorfälle weltweit: Safety Officer (seit 2012), Safety Management System, standardisierte Vorfallberichte, Safety Notices und genehmigte Satellitentracker-Liste.
CIVL-Sicherheitsphilosophie
„Jedes System ist perfekt dafür ausgelegt, genau die Ergebnisse zu erzielen, die es liefert." (Donald Berwick). Sicherheit ist kein Zufall — sie ist das Ergebnis systematischer Arbeit.
