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X-AcademyPackkurse für RettungsschirmeRettungsschirm-PackkursTheoryAllgemeiner Überblick über den Packungskurs
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Allgemeiner Überblick über den Packungskurs

5 min readRettungsschirm-Packkurs

Der Kurs zur Rettungsschirmpackung ist der „ingenieurtechnische" Kern der Pilotenausbildung. Während Streckenfliegen (XC) und Akrobatik (Acro) Kunstformen sind, ist das Packen die Wissenschaft des Überlebens, bei der 100% Präzision der einzig akzeptable Standard ist.

Die vollständige, systematische Aufschlüsselung des Kurses gemäß internationalen Ausbildungsstandards:


1. Theoretische Grundlagen und Aerodynamik

Bevor ein Pilot den Stoff berührt, muss er verstehen, wie das System funktioniert:

  • Öffnungsphasen: Ziehen $\rightarrow$ Werfen $\rightarrow$ Leinenstreckung $\rightarrow$ Kappenaufblähung.

  • Fallschirmtypen: Rund (PDA), Quadratisch/Kreuz, Steuerbar (Rogallo) und Dreieckig. Vor- und Nachteile bezüglich Gewicht, Öffnungsgeschwindigkeit und Pendelstabilität.

  • Materialkunde: Nylontypen (Ripstop), Porositätsverschleiß und die schädlichen Auswirkungen von UV-Strahlung und Feuchtigkeit.


2. Umgebungsstandards und Vorbereitung

  • Belüftungsprotokoll: Der Rettungsschirm muss 12–24 Stunden offen in einem trockenen, dunklen Raum aufgehängt werden. Dies entfernt das „Stoffgedächtnis" und die Klebrigkeit durch Kompression.

  • Arbeitsplatzanforderungen: Eine saubere Oberfläche von mindestens 8–10 Metern Länge. Vermeidung von statischer Aufladung (keine Teppiche).

  • Werkzeuge: Packgewichte, spezielle Gummibänder, Kunststoffklammern und die modellspezifische Herstelleranleitung.


3. Praktische Ausbildungsstufen (Schritt für Schritt)

Phase I: Detaillierte Inspektion

  • Kappenkontrolle: „Durchleuchtungsmethode" zur Erkennung von Mikro-Perforationen oder Rissen.

  • Leinenkontrolle: Suche nach Knoten, Reibungsspuren oder chemischen Schäden.

  • Verbindung und Hardware: Inspektion des Befestigungspunkts am Gurtzeug — Prüfung von Schäkeln oder Maillons auf Drehmoment und strukturelle Integrität.

Phase II: Flaken (symmetrisches Schichten)

  • Paneltrennung: Perfekte gerade Ausrichtung jeder Sektion entlang der Symmetrieachse.

  • Luftentfernung: Korrektes Herausdrücken der Luft zwischen den Stoffschichten, damit der Schirm kompakt, aber nicht „überkomprimiert" ist.

Phase III: Leinenorganisation

  • S-Faltung (Achter): Leinen so auslegen, dass sie sich sequenziell und ohne großen Kraftaufwand entfalten.

  • Gummibandwechsel: Alte Gummis entsorgen und neue, hochwertige elastische Bänder (Standardgröße) verwenden.

Phase IV: Einsetzen in den Deployment Bag (D-Bag)

  • Leinen zuerst: Sicherstellen, dass sich die Leinen vor der Kappe entfalten, um „Line-overs" oder Verhedderungen zu verhindern.

  • Griffverbindung: Korrekte Befestigung des Auslösegriffs am D-Bag.


4. Kritische Sicherheitschecks

  • Auszugskraft (Pull Test): Nach dem Einsetzen in das Gurtzeug muss der Pilot die erforderliche Auszugskraft messen (Standard: 4–7 kg).

  • Kompatibilitätsprüfung: Passt das Volumen des Rettungsschirms zum Container des Gurtzeugs?

  • G-Kraft-Simulation: Training des Rettungsschirmwurfs bei rotierendem Schirm (Spirale) und Einwirkung von Zentrifugalkraft.


5. Zertifizierung und Verantwortung

  • Logbucheintrag: Jede Packung muss im Pilotenlogbuch und im Fallschirmpass dokumentiert werden (Datum, Name des Packers, Unterschrift).

  • Status als lizenzierter Packer: Nach Abschluss erhält der Pilot die Berechtigung, seine eigene Überlebensausrüstung selbstständig zu warten.


Zusammenfassung

Dieser Kurs lehrt den Piloten, dass ein Rettungsschirm nicht nur ein Zubehör ist — er ist die letzte Überlebenschance.

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