Für P4-Piloten ist Meteorologie die Fähigkeit, ein 3D-Modell der Atmosphäre im Kopf zu erstellen.
1. Skew-T / Log-P
Inversionen: Rechtsverschiebung der Temperaturkurve = Inversion. Ist es «Capping Inversion» oder eine schwache Schicht?
EL: Punkt, an dem die Thermik aufhört zu steigen — Ihre reale «Decke».
Spread: Abstand zwischen Temperatur- und Taupunktkurve. Nah → tiefe, dichte Wolken oder Überentwicklung.
2. Mesometeorologie und Geländeeinfluss
Thermische Tiefs: Erhitzung von Gebirgsmassiven erzeugt lokales Tief → Talwinde verstärken sich gefährlich.
Orografischer Aufwind: Mechanisches Heben am Grat → Lenticularis-Wolken. P4-Pilot weiß, wann daraus Wave oder gefährlicher Rotor wird.
3. Frontendynamik
Kaltfront: Schwere Kaltluft verdrängt Warmluft schnell → harte Turbulenz, Windwechsel, Gewitter. Erkennbar an Cumulus Congestus.
Warmfront: Warmluft gleitet über Kaltluft → Schichtbewölkung (Cirrus, Altostratus), Unterdrückung der Thermik.
4. Konvergenzzonen
Mechanismus: Zwei verschiedene Luftmassen treffen aufeinander → Luft steigt auf.
Visuelle Hinweise: Wolkenlinie quer zum Wind oder eine «Dunstwand».
Taktik: Entlang einer Konvergenzlinie kann man kilometerweit ohne Kurbeln fliegen — höchstes XC-Niveau.
P3-Pilot reagiert auf das Vario. P4-Pilot prognostiziert aufgrund von Analyse.
