Beim Gleitschirmfliegen ist der Helm das wichtigste Schutzausrüstungsteil. Viele Anfänger glauben fälschlicherweise, dass ein Motorrad- oder Skihelm ausreicht; jedoch besitzen speziell für den Flug entwickelte Helme einzigartige Eigenschaften, die auf die Bedürfnisse des Sports zugeschnitten sind.
1. Die Bedeutung eines Gleitschirmhelms
Ein Helm schützt den Piloten vor drei Hauptgefahren:
Start- und Landeverletzungen: Schutz des Kopfes bei Stürzen auf Felsen oder harte Oberflächen.
Kollisionen in der Luft: Zusammenstoß mit einem anderen Piloten oder Ausrüstung (z. B. Kniestöße bei Tandemflügen).
Umweltfaktoren: Schutz vor Ästen oder Felsen bei einer ungeplanten Landung in Bäumen oder im felsigen Gelände.
2. Hauptmerkmale und Standards
Ein echter Flughelm muss dem Standard EN 966 entsprechen. Dies ist eine europäische Zertifizierung, die speziell für Luftsportarten entwickelt wurde.
Wie unterscheidet er sich von anderen Helmen?
Gewicht: Extrem leicht, um Nackenmüdigkeit bei langen Flügen zu vermeiden.
Sichtfeld: Entwickelt für maximales peripheres Sehen, was für das Erkennen anderer Piloten in der Luft entscheidend ist.
Gehör: Dämpft keine Umgebungsgeräusche, was für die Wahrnehmung von Windgeschwindigkeit und Variometer-Signalen wichtig ist.
Stoßdämpfung: Speziell für die beim Gleitschirmfliegen typischen Aufprallarten konstruiert.
3. Helmtypen
Es gibt zwei Hauptdesigns:
A. Offener Helm (Open-face)
Vorteile: Bessere Sicht, erhöhter Luftstrom und überlegenes Gehör.
Nachteile: Bietet keinen Schutz für Gesicht und Kinn.
Geeignet für: Anfänger und solche, die ein Gefühl von Freiheit bevorzugen.
B. Integralhelm (Full-face)
Vorteile: Maximaler Schutz für Kinn und Gesicht.
Nachteile: Etwas schwerer und kann manchmal das Sichtfeld nach unten einschränken.
Geeignet für: Wettbewerbspiloten und Tandempiloten.
4. Funkkommunikations-Integration
Die meisten professionellen Helme verfügen über spezielle Plätze (oder integrierte Systeme) für Funkausrüstung:
Lautsprecher/Kopfhörer: In den Ohrbereichen des Helms eingebaut.
Mikrofon: Meist an einem flexiblen Bügel nahe dem Mund (mit Rauschunterdrückung).
PTT-Taste (Push-to-Talk): Oft an der Helmseite, damit der Pilot kommunizieren kann, ohne die Steuerung loszulassen.
5. Pflegeregeln
Nach einem Aufprall: Wenn der Helm einen harten Aufprall erlitten hat, muss er ersetzt werden — selbst wenn keine sichtbaren Schäden vorhanden sind.
Temperatur: Lassen Sie den Helm nicht in direktem Sonnenlicht oder in einem heißen Auto.
Wichtige technische Begriffe:
EN 966: Der spezifische europäische Sicherheitsstandard für Luftsporthelme.
Peripheres Sehen: Was Sie aus dem Augenwinkel sehen, während Sie geradeaus schauen.
EPS-Schaum: Expandiertes Polystyrol, das Material im Helm, das Stöße absorbiert.
Variometer (Vario): Ein Instrument, das die Steig- oder Sinkrate anzeigt.
