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Die Vorflugkontrolle beim Gleitschirmfliegen

4 min readP1 — Anfängerkurs
Die Vorflugkontrolle beim Gleitschirmfliegen

Die Vorflugkontrolle ist der kritischste Moment beim Gleitschirmfliegen. Statistisch gesehen passieren die meisten Zwischenfälle wegen kleiner Details, die vor dem Start nicht überprüft wurden.

In der internationalen Praxis gibt es ein 5-Punkte-Prüfsystem, das jeder Pilot durchführen muss:


1. Gurtzeug- und Helmkontrolle

  • Helm: Verschlossen und fest auf dem Kopf.

  • Gurtzeugsschnallen: Besonderes Augenmerk auf Beingurte. Nicht geschlossene Beingurte sind die Hauptursache für das Herausfallen nach dem Start.

  • Karabiner: Tragegurte korrekt eingehängt, Karabiner vollständig gesichert.

2. Schirm- und Leinenkontrolle

  • Leinen: Nicht verknotet, verheddert oder an Gegenständen verhakt.

  • Schirm: Halbmondförmig ausgelegt, Zellen frei von Schnee, Gras oder Steinen.

  • Eintrittskante: Offen und bereit zur Befüllung.

3. Wetter und Windbedingungen

  • Windrichtung: Frontal auf den Hang (Face-on).

  • Windstärke: Passend zum Pilotenniveau und den Flügelspezifikationen.

  • Luftraum: Startkorridor frei von anderen Piloten und Hindernissen.

4. Steuerung und Rettungsschirm

  • Bremsen: Richtig gehalten, nicht verheddert, frei beweglich.

  • Rettungsschirm: Griff an Ort und Stelle, gesichert, sofort einsatzbereit.

  • Speed Bar: Falls angeschlossen — korrekt geführt und nicht hinderlich beim Start.

5. Psychologische Bereitschaft

  • Flugplan: Der Pilot weiß genau, wohin nach dem Start, mit klarem Alternativplan.

  • Go/No-Go: Bei Unbehagen oder Zweifeln — nicht fliegen.


Merkhilfe: R.I.D.E.R.

  1. Reserve — Griff gesichert und erreichbar

  2. Instrument/Helm — Helm geschlossen

  3. Direktor/Wind — Windrichtung und -stärke korrekt

  4. Equipment/Schnallen — Schnallen, bes. Beingurte, verriegelt

  5. Risers/Leinen — Leinen frei, Tragegurte korrekt